Ihr Bewerbungsschreiber:
Dipl.-Ing. Till Tauber MBA

Interview mit Dr. Helmut Ploog, Graphologe und 1. Vorsitzender des Berufsverbandes geprüfter Graphologen/Psychologen e.V.

1.
Vermutlich werden sich nur die wenigsten Bewerber/innen ein genaues Bild davon machen können, was ein Graphologe genau tut. Worin genau besteht Ihr Beruf und welche Ausbildung ist hierzu erforderlich?

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Handschrift zur graphologischen Auswertung.

Ziel der Graphologie ist es, durch die Handschrift einer Person Rückschlüsse auf die Persönlichkeit zu ziehen. In diesem Interview stellen wir Dr. Helmut Ploog, einem erfahrenen Graphologen, Fragen zu seinem Fach.

In der Regel erwirbt man graphologische Kenntnisse als Zusatzwissen zu einem vorhandenen Beruf als Pädagoge, Psychologe, Psychoanalytiker oder Personalberater. Dies geschieht heute meistens in Form von Fernunterricht durch einen Berufsverband.
Der Graphologe achtet auf Ganzheitsmerkmale wie Rhythmus oder Einheitlichkeit der Schrift und auf etwa 20 Einzelmerkmale wie Größe, Lage, Druck, Tempo usw. Graphologie wird seit ca. 100 Jahren in Europa mit Erfolg eingesetzt, wobei die Deutung auch mit Herleitungsanalogien arbeitet. Z. B. motorische Kraft = seelische Kraft, motorische Versteiftheit in der Schrift = seelische Versteiftheit, konventionelle Form = konventioneller Charakter usw.

2.
Wie sind Sie persönlich zur Graphologie gekommen? War es schon immer Ihr Berufswunsch, mit Schriften zu arbeiten – oder hat sich Ihr Beruf so ergeben?

Ich hatte mir im Alter von zwanzig Jahren ein Gutachten erstellen lassen. Das hat mich damals so beeindruckt, daß ich mich selbst mit der Materie zu befassen begann.

3.
Genauso wie bei einem Bewerbungsservice handelt es sich bei Ihrer Dienstleistung um einen Bereich, bei dem Vertraulichkeit eine große Rolle spielt. Können Sie uns dennoch sagen, wer im Allgemeinen zu Ihren Kunden gehört? Sind es größere Firmen oder eher Privatpersonen, welche Sie mit ihrem Anliegen beauftragen?

Bild des Graphologen Dr. Helmut Ploog

Dr. Helmut Ploog betreibt seit vielen Jahren eine graphologische Praxis, ist 1. Vorsitzender des Berufsverbandes geprüfter Graphologen/Psychologen e.V., Herausgeber einer Fachzeitschrift, eines Fernkurses und Fachautor mehrerer Bücher (u.a. „Handschriften deuten. Die Persönlichkeit im Spiegel der Schrift. Mit vielen Beispielen prominenter Persönlichkeiten“, 2008). Zuletzt war er Lehrbeauftragter für Schriftpsychologie an der Universität München.

Kunden können Privatpersonen sein, aber auch Mittelbetriebe, Personalberater und Holdinggesellschaften.

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4.
Was können Sie alles aus einer Schrift herauslesen – und vor allem: Wie treffsicher ist ein professionelles graphologisches Gutachten? Gibt es systembedingte Einschränkungen in der Aussagekraft?

Systembedingte Einschränkungen gibt es dann, wenn ein Schreiber in Druckschrift schreibt und damit seine Individualität verbirgt. Die Stärke der Graphologie liegt in der Erfassung der Gesamtpersönlichkeit. D. h. ist diese normal oder gestört, wie ist die Antriebsstruktur, das Grundtemperament, das Umgangsverhalten, das intellektuelle Niveau, Persönlichkeitsreife und Gesinnung.

5.
Gerade, wenn es um ein Bewerbungsvorhaben geht, sollte man auch auf das Thema Schrift achten. Welche Tipps können Sie Bewerberinnen und Bewerben geben, wenn Sie ein Anschreiben unterzeichnen, einen ganzen Lebenslauf handschriftlich verfassen müssen, oder gar im Assessment Center einen handgeschriebenen Aufsatz anfertigen müssen? Bei letzterem hat man schließlich nur wenig Zeit, auf die eigene Schrift zu achten.

Die Bewerber sollten auf keinen Fall versuchen, Ihre Schrift zu verstellen. Die Unterschrift sollte im Duktus mit der Textschrift übereinstimmen. Positiv werden in der Schrift gewertet: eigengeprägte, vereinfachte, originelle und wegsparende Buchstabenverbindungen in einer rhythmischen und druckstarken Schrift.

6.
Die Onlinebewerbung löst die klassische Form der Bewerbung immer mehr ab, genauso wie sich Textverarbeitungsprogramme durchgesetzt haben und das handschriftliche Schreiben verdrängen. Viele Arbeitnehmer/innen können mittlerweile am PC schneller schreiben, als ihnen dies auf Papier möglich wäre. Die E-Mail steht im direkten Kontrast zum Brief. Wie sehen Sie persönlich die Zukunft der Graphologie?

Üblicherweise wird heute eine Schriftprobe erst während des Bewerbungsvorganges nachträglich angefordert, es sei denn, diese entsteht im Assessment Center als Nebenprodukt. Schreibt der Kandidat über den beliebigen handschriftlichen Text die Bezeichnung ‚Handschriftprobe‘, dann erteilt er damit indirekt die Genehmigung für eine graphologische Analyse. Wenn die Menschen allerdings nicht mehr mit der Hand schreiben, dann verlieren die Graphologen die individuelle Handschrift als Untersuchungsobjekt.

Dieses Interview mit Dr. Helmut Ploog, 1. Vorsitzender des Berufsverbandes geprüfter Graphologen/Psychologen e.V. wurde von Till Tauber, dem Bewerbungsschreiber aus dem Raum Köln / Bonn geführt. Folgen Sie ihm auf Google+.

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