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Interview mit Dr. Christopher Schulz, Consulting-Life.de

Dr. Christopher Schulz betreibt den Blog Consulting-Life.de und informiert über die verschiedensten Themen rund um die Unternehmensberatung.

Dr. Christopher Schulz berät seit 2007 in Unternehmen an der Schnittstelle zwischen Business und IT. Ursprünglich kommt er aus Dresden, studierte in Deutschland, den USA und Frankreich, bevor er nach einer Zwischenstation in der Schweiz nach München zog. Aktuell arbeitet Christopher als Manager bei einer Münchner Consultancy. Sein Consulting-Knowhow gibt er in seinen Büchern und auf Consulting-Life.de weiter. Seine Tipps sind Ihnen bei einer Bewerbung als Unternehmensberater mit Sicherheit behilflich.

1.

Die erste Hürde ist geschafft, der Termin für das Jobinterview in einer bekannten und, sagen wir mal, mittelgroßen Unternehmensberatung steht fest. Eine oft gestellte – und sehr allgemeine – Frage lautet: Wie kann ich mich optimal auf ein Einstellungsgespräch vorbereiten? Wie schafft man es, z.B. das „out-of-the-box“-Denken, das unter anderem durch Brainteaser abgefragt wird, glaubhaft zu vermitteln? Gibt es da eine praktikable Herangehensweise im Hinblick auf die Vorbereitung – ohne Fragen auswendig zu lernen?

Herzlichen Glückwunsch: Wenn Du zum Vorstellungsgespräch bei einer renommierten Beratung eingeladen bist, hast Du mindestens schon zwei Hürden überwunden: Das Lebenslauf-Screening und mindestens ein Telefoninterview. Für die Consultancy bist Du interessant. Mindestens zwei Personen (meist ein Berater und eine Person aus der Personalabteilung) werden Dich im anstehenden Gespräch auf den Prüfstand stellen. Das bedeutet für eine Beratung einiges an Aufwand, schließlich geht es darum, die besten Bewerber zu finden und zu gewinnen.

Aber zurück zur Frage: Die Vorbereitung für das Jobinterview. Beschäftige Dich mit dem Beraterleben, dem Geschäftsmodell Unternehmensberatung und – ganz wichtig – Deinem Wertbeitrag. Warum solltest Du auf der Gehaltsliste dieser Beratung stehen? Was gewinnt diese mit Dir? Weshalb gerade Dich, und keinen anderen Absolventen? Versetze Dich in die Perspektive der Recruiter. Skizziere Deinen Nutzen genau für dieses Unternehmen. Dazu musst Du Dich natürlich mit der Firma, ihren Mitarbeitern und Leistungen beschäftigen. Hier gibt es viel zu tun.

2.

In Bewerbungsgesprächen bei Beratungen wird es gerne sehr konkret. In den letzten Jahren sind Case Studies, auch Consulting Cases oder Fallstudien genannt, meist ein fester Bestandteil der Vorstellungsrunde. Warum ist dies so und wie können zukünftige Junior Consultants sich auf die Fragen vorbereiten – etwa, in dem man stets strukturiert vorgeht und die Interviewer im Gespräch an seinen Gedankengängen teilhaben lässt?

Tipps von Dr. Schulz zu den erforderlichen Fähigkeiten im Consulting.

Die Arbeit im Consulting ist sehr fordernd. Dr. Schulz gibt klare Antworten, welche Fähigkeiten man als angehender Unternehmensberater mitbringen sollte.

Wenn Dir die Consultancy und Dein Mehrwert klar sind, schärfst Du Dein Consulting-Rüstzeug. Neben Fragen zum Werdegang, zur Motivation und zu den Zielen, sind Brainteaser und Consulting Cases bei Beratungen weiterhin hoch im Kurs. Consultants sind Problemlöser – beide Aufgabentypen testen Deine Problemlösungsfähigkeit. Übe mehrere Brainteaser und Cases, gerne auf Basis meiner beiden Bücher 😉

Das richtige Ergebnis einer Aufgabe ist dabei fast Nebensache. Viel bedeutender ist der Lösungsweg und die Kommunikation. Wie gehst Du ran? Welche Parameter betrachtest Du? Welche Annahmen und Abgrenzungen triffst Du? Was sagst Du? Was nicht? Du führst die anwesenden Personaler durch die Aufgabe. Das inkludiert übrigens auch die kompetente und sichere Präsentation der Resultate. Du bist anwesend, wach und neugierig – bis zum Schluss.

3.

Ohne Auslandserfahrung, sehr gute Noten und vorherige Praxiserfahrung wird es schwer, zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden. Welche weiteren Hard-Skills spielen eine entscheidende Rolle im Recruitingprozess? Und wie sieht es mit den Soft-Skills aus? Schließlich behauptet jeder von sich, gute Kommunikationsfertigkeiten und ein passendes Auftreten mitzubringen. Wie wird dies getestet? Unterscheiden sich die gewünschten Fähigkeiten einer Strategieberatung von jenen in der Prozessberatung? Und: Setzen sich die Bewerber vorher ausreichend mit den Werten und der Philosophie der jeweiligen Unternehmensberatung auseinander?

Das sind viele Fragen auf einmal (lacht). Okay, ich versuche alle zumindest anzureißen.

Tipps von Christopher Schulz für ein erfolgreiches Job Interview bei einer Unternehmensberatung.

Laut Christopher Schulz ist man als Consultant ein Dreikämpfer. Es gilt, die eigenen Fähigkeiten kontinuierlich zu erweitern und so mit den Anforderungen zu wachsen .

Als Berater bist Du immer ein Dreikämpfer: kontinuierlich gilt es, die methodischen, fachlichen und sozialen Fähigkeiten zu verbessern und zu erweitern. Je nach Beratung unterscheiden sich die Hard-Skills, also die methodischen und fachlichen Fähigkeiten. In einer IT-Consultancy sind beispielsweise Informatik-Kenntnisse wichtig. Bei einer Strategie-Beratung zählt wiederum BWL-Knowhow. In der Stellenausschreibung findest Du die harten Anforderungen häufig in den Aufgabenbeschreibungen und „Sie bringen mit“-Sektion. Stimme Deine vergangenen Studien- und Berufserfahrung auf diese ab.

Weniger präzise ist das Thema Soft-Skills, die sozialen Fähigkeiten. Hier fordern die Beratungen unisono ‚teamorientiert’, ‚reisebereit’ und ‚kreativ-denkend’. Was das genau bedeutet, erfährst Du erst im ersten persönlichen Kontakt. Mein Tipp hier: Bringe Deine Fragen mit zum Einstellungsgespräch. Auch Du möchtest testen, inwieweit Deine Werte, Vorstellungen und Prinzipien mit den Denkmustern Deines potentiellen Arbeitgebers einhergehen. Ich nenne das den Cultural-Fit. Dieser ist gleichsam bedeutend wie Deine zukünftige Rolle und das Gehalt. Der doppelte Vorteil eines kleinen Fragebogens: Du gibst den Recruitern eine kleine Arbeitsprobe und reflektierst erneut Deine persönlichen Schwerpunkte.

4.

Es hat geklappt – der Vertrag ist unterschrieben, die ersten Arbeitstage warten und somit das neue und vielseitige Aufgabenspektrum eines Junior Consultants. Die meisten Absolventen haben ja bereits relevante Praxiserfahrung im Umfeld einer Beratung gesammelt und etwa im Zuge von Praktika, und den oft überaus fordernden Projekt- und Praxisalltag, der mit langen Arbeitszeiten verbunden ist, kennengelernt. Welche Hürden sind jetzt typisch und wie können sich Junior Consultants auf wesentliche Tools und Vorgehensweisen fokussieren, um beispielsweise Kunden mit einem Angebot zu überzeugen?

Informationen und Hilfen zum Onboardingprozess im Bereich des Consultings bzw. der Unternehmensberatung.

Hat man den Personalauswahlprozess erfolgreich gemeistert, steht einem nun das Onboarding bevor. Dieses unterscheidet sich je nach Größe des Beratungsunternehmens, bei dem Sie angestellt sind.

Falls Du bei einer mittleren bzw. großen Beratung anheuerst, gehst Du jetzt höchstwahrscheinlich durch einen strukturierte Onboarding-Prozess. In dieser werden Dir die Modelle, Methoden und Unternehmenskultur Deines neuen Arbeitgeber präsentiert. Einige Berater nennen diese Phase gerne Brainwashing, ich nenne sie Grundausbildung. Bei kleineren Beratungen passiert diese Vorbereitung dagegen On-the-Job. Von Tag 1 an stehst Du hier im Feuer der Projekte und Kundenanforderungen.

Zu Beginn meiner Beraterlaufbahn 2008 kam ich nicht in den Genuss einer speziellen Consulting-Ausbildung. Das war auch der Hauptgrund, warum ich meinen Blog Consulting-Life.de ins Leben rief. Praktisches und funktionierendes Consulting-Wissen weitergeben. Von Berater, für Berater.

Was wird Dich im ersten Beraterjahr erwarten? Hauptsächlich Zuarbeit in Projekten. Du wirst Deine Senior-Kollegen dabei unterstützen, die dem Kunden zugesicherten Ergebnisse fristgerecht und in vereinbarter Qualität fertigzustellen. Das können Systemanalysen, Software-Benchmarks, Pflichtenhefte, Prozessspezifikationen, Workshop-Konzepte, Statuspräsentationen, Testdokumente, Trainingsunterlagen, etc. sein. Auch Beratungsangebote können zu Deinem Spektrum gehören. Gerade zu letzter Aufgabe habe ich vor kurzem ein kleines Buch verfasst.

Bei allen gilt: sei Lernender und Wissender gleichzeitig. Zeige dem Kunden mögliche Wege, versetze Dich aber immer wieder in die Lage des Fragenden. Führung und Demut – zwei Seiten der Beratermedaille.

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