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Interview mit dem Fotografen Christoph Engeli, Bewerbungsfoto Zürich

1.
Herr Engeli, in Ihrem Fotostudio in Zürich bieten Sie unter anderem Bewerbungsfotos an. Wie sind Sie zur Bewerbungsfotografie gekommen und was reizt Sie daran?

Interview mit Christoph Engeli von Bewerbungsfotos Zürich, der über einen Broncolor Paraschirm in seinem Fotostudio verfügt.

Christoph Engeli ist ein erfahrener Fotograf, der ebenfalls hochwertige Bewerbungsfotos in seinem Portfolio führt. Sein Fotostudio in Zürich ist modern eingerichtet. Hier sieht man einen Broncolor Para-Schirm mit einem Durchmesser von 2,20 Metern. In unserem Interview erklärt uns Christoph Engeli, was ein gelungenes Bewerbungsfoto ausmacht.

Als Bewerbungsfotograf reizen mich am meisten die verschiedenen Charaktere der Leute, die ich einfangen darf, und das Arbeiten mit den Leuten. Zu sehen, wie sie sich vor der Kamera unterschiedlich verhalten und sie dazu zu bringen, dass sie sich öffnen. Wie in einer Art Rollenspiel arbeite ich mit meinen Kunden, bis es mir schlussendlich gelingt (bei den einen schneller, bei den anderen weniger schnell), deren ganz individuellen Charakter aus ihnen herauszuholen. Auf der Ebene der Technik kann ich mit verschiedenem Licht arbeiten und dieses manchmal gar einer beruflichen Funktion individuell setzen. Und natürlich auch passend zu den individuellen Charakteren der Leute, und nicht zuletzt entsprechend der Morphologie des Gesichts.

Ein hoch spezialisierter Fotograf für Bewerbungsfotos bin ich nur ganz ganz langsam und durch Zufall gekommen. Es herrscht in der Stadt Zürich eine grosse Nachfrage an qualitativ hochstehenden Fotos, da es hier in Zürich viele Führungskräfte gibt, die mehr als nur ein 08/15 Foto brauchen. Es gibt hier viele Konzerne, die ihren Hauptsitz hier haben, und Firmen. Zu meinen Kunden gehören übrigens auch viele Deutsche. Mit denen arbeite ich ganz besonders gerne, ich mag deren direkten Umgangston und das schnelle, lockere und lösungsorientierte Arbeiten (auch ich habe übrigens einen deutschen Pass).

In meinem Fotostudio in Zürich, welches 120 Quadratmeter und eine Raumhöhe von 3.6 M beinhaltet, lassen sich ganz toll Bewerbungsfotos anfertigen. Hier ist nicht nur Platz für Make-Up und Styling mit Spiegeln, Umkleideraum mit fliessend Wasser, sondern es gibt auch ein grosses Lichtsystem, fahrbar an Deckenschienen. Ein kleines Highlight ist der fahrbare 2.2 m Schirm von Broncolor. Dieser erlaubt nämlich Fotos, bei denen man sich sogar ein teures Foto-Make-Up und so manche Bildbearbeitung sparen kann, so gut ist sein Licht! Um mit solchem Equipment, welches eigentlich eher für Werbeaufnahmen gedacht ist, statt Models „normale“ Menschen zu fotografieren, reizt mich ganz besonders an meiner Bewerbungsfotografie. Die meisten meiner Kunden sind demnach auch total überrascht, wenn sie mein Atelier zum ersten Mal betreten. Sie fühlen sich in meinen Händen gleich sofort wohl.

2.
Wie läuft ein Fotoshooting bei Ihnen ab und wie hoch sind die Kosten dafür?

Die Vorbereitung eines Bewerbungsfotos ist sehr wichtig, damit dieses professionell und gelungen wirkt - z. B. durch eine geeignete Kleidung.

In Vorbereitung auf das Fotoshooting empfiehlt sich eine gute Vorbereitung. Dazu gehört vor allem die Wahl einer passenden Kleidung. Für Christoph Engeli ist es wichtig, möglichst viel über den Bewerber herauszufinden, damit alle Voraussetzungen für ein erfolgreiches Bewerbungsfoto von Anfang an gegeben sind.

Bevor ich ein Fotoshooting für Bewerbungsfotos durchführe, will ich zuerst möglichst viel über den Auftraggeber herausfinden: über seine berufliche Funktion, Branche, ober ob bereits ein CV-Layout vorhanden ist, um was für einen Typ Mensch es sich bei ihm handelt oder ob er konkrete Vorstellungen hat, wie er sich am liebsten präsentieren würde. Bei einigen ist vieles noch offen und ich habe dann einfach „freie Hand“. Manche haben sich bereits viele Gedanken gemacht und kommen mit ganz bestimmten Vorstellungen auf mich zu, beispielsweise betreffend Bildformat, Pose oder den Fotohintergrund. Meine Webseite mag für die einen vielleicht etwas zu informativ sein, für andere sind es gerade diese Informationen, die ihnen sehr wichtig sind, weil sie das Thema Bewerbung genau wie ich als sehr komplex ansehen. Oft handelt es sich dabei um Leute, die selber aus dem HR-Bereich kommen oder um Führungskräfte. Sie wissen, um was es geht.

Der Ablauf beginnt mit einem umfangreichen Fotobriefing bereits einige Tage vor dem Fototermin. Je besser meine Kunden vorbereitet sind, desto besser gelingt auch das Shooting. Je nachdem was der Kunde braucht, können verschiedene Preispakete gewählt werden. Diese unterscheiden sich im Wesentlichen im Bildformat (Headshot, Oberkörperbild, Dreiviertel-Hüftbilder, Ganzkörperbild), in der Wahl des Fotohintergrundes bis hin zum Greenscreen-Verfahren, in der Anzahl Outfitwechsel und mit anschliessenden Optionen aus der Bildbearbeitung (die es in den seltensten Fällen braucht).

So können meine Kunden ganz gezielt und „On Demand“ abstimmen, wie die Farben und Art ihrer Kleidung zu einem bestimmten Foto-Hintergrund passen, und sich gleichzeitig von einem CV-Layout und einer Pose aus meiner Sammlung inspirieren lassen. Wie bereits oben erwähnt, steht die Individualität des Charakters des Bewerbers bei mir total im Mittelpunkt. Schlussendlich soll das Bild eine so persönliche Note wie möglich haben. Ich bin der Meinung, dass man nebst individueller Ausleuchtung mit Licht, und noch sonst ein paar Tricks, die ich beim Arbeiten mit den Menschen anwende, auch mit einer geschickten Kombination von Pose, Hintergrund, Kleidung und CV-Layout dieses Ziel erreichen kann. Dieser ganze Aufwand fokussiert sich am Ende auf das eine perfekte Bild, und den Output, wo dieses Bild zum Einsatz kommt: Social Media, CV-Layout, persönliche Homepage, Pressemitteilung oder gar ein Wahlplakat für einen Politiker.

 

Beispiel für die Anwendung des Greenscreenverfahrens im Fotostudio von Christoph Engeli in Zürich.

Mit dem Greenscreenverfahren kann Christoph Engeli einen passenden Hintergrund ins Bewerbungsfoto integrieren. Die Möglichkeiten sind sehr groß und das Bewerbungsfoto lässt sich noch besser auf Ihr konkretes Bewerbungsvorhanden. Klicken Sie zum Vergrößern hier oder auf das Bild.

Mit diesen Grundvoraussetzungen setze ich mir zum Ziel, in jedem Einzelfall ein Top Bild zu erreichen, welches bei Personalern für Begeisterung sorgt. Nichts wird dem Zufall überlassen. Die vielen Gestaltungsmöglichkeiten im Fotostudio mit dem Licht, die grosse Auswahl an physischen Fotohintergründen, bis hin zur grossen Auswahl an Digitalhintergründen in meinem Greenscreen Business Shooting bringen natürlich auch etwas Aufwand mit sich, weshalb ich nicht mit den Preisen von den Schnellservices nicht mithalten kann. So brauche ich einen viel höheren Raum für das Schienensystem, und die Miete für ein 3.6 Meter hohes grosses Fotostudio in Zürich ist alles andere als billig. Dazu kommt, dass meine Bewerbungsshootings weder von Mitarbeitern noch von Lehrlingen, sondern nur von mir selbst ausgeführt werden. Grosse Massenabfertigungen waren noch nie mein Ziel. Vielmehr möchte ich mich auf wenige Leute konzentrieren, und mir für die „fotografische Umsetzung“ der Bilder die nötige Zeit nehmen, damit ich die Leute kennenlernen und auf sie eingehen kann.

Meine Preise sind laut meinen Kunden durchaus zahlbar und fair. Bereits ab CHF 150.- kann man bei mir Fotos machen. Das Greenscreen-Verfahren im Brustbildformat gibt es bereits ab CHF 250.- . Einige Leute brauchen mehrere, ganz unterschiedliche Bilder für verschiedene Zwecke, kombiniert mit mehreren spezifischen Anforderungen wie mehrere Outfitwechsel sein, Fotos mit Gegenständen, aufwändige Ganzkörperfotos und verschiedene Hintergründe und Lichtstimmungen. Zusammen mit ein bisschen Bildbearbeitung können dann schon mal durchaus faire Preise zusammenkommen, die sich über CHF 500.- bewegen. Eine kleine Investition, die sich vielleicht schon bald lohnen könnte, wenn man mal überlegt, um was für eine Lohnsumme es eigentlich geht, wenn aus dem Bewerbungsschreiben dann plötzlich eine Anstellung wird! Einige haben das begriffen und überlassen hier nichts dem Zufall…

3.
Woran erkennt man Ihrer Meinung nach einen guten Bewerbungsfotografen?

Ein guter Bewerbungsfotograf…

Ein guter Fotograf wird Ihnen als Bewerberin / Bewerber die richtigen Anweisungen bei Fotoshooting geben.

Bei einem guten Bewerbungsfotografen fühlt man sich als Bewerberin bzw. Bewerber wohl und man wird entsprechende Anweisungen bekommen, um das Maximum für das Bewerbungsfoto herauszuholen.

  • … ist ein guter Menschenkenner und hat jahrelange Erfahrung im Umgang mit verschiedensten Menschen und kann aus ihnen tolle Charakterporträts herausholen.
  • … weiss, wie man jede erdenkliche Art Haare und Kleidung drapiert.
  • … stellt sehr viele Fragen vor- und während des Shootings und stellt ein ausführliches Fotobriefing vorab zur Verfügung.
  • … fotografiert die Bilder selbst und lässt nicht Mitarbeiter oder Lehrlinge fotografieren.
  • … hat vielleicht eine gewisse Handschrift in seinen Bildern und eine spezielle Bildsprache.
  • … kann auch aus weniger „fotogenen“ Menschen ebenfalls berufsspezifische, spannende Porträts herausholen.
  • … bietet viele Möglichkeiten der Gestaltung im Studio von Fotohintergründen und Lichtstimmungen.
  • … macht wenig bis keine Nachbearbeitung in Photoshop.
  • … hat vielleicht sogar schon Werbefotos gemacht und ganze Kampagnen fotografiert, und sieht in Bewerbungsfotos kleine „Werbefotos“.
  • … kann extrem gut auf Kunden eingehen und zuhören und etwas Individuelles mit der Person ausarbeiten und zieht nicht stur sein eigenes „Ding“ durch.
  • … kann die Leute während des ganzen Shootings führen und moderieren und gibt Anweisungen.
  • … schafft eine lockere Stimmung und es gelingt ihm, dass man sich bei ihm vor der Kamera nicht „gequält“ fühlt.
  • … erhält von sehr vielen seiner Kunden positive Feedbacks.
  • … zählt keine Countdowns vor dem Auslösen.
Zwei gute bzw. professionelle Bewerbungsfotos als Beispiele.

Ein gutes Bewerbungsfoto trägt immens zum Ersteindruck einer Bewerbung bei. Die Wirkung des Bildes darf man im Bewerbungskontext  nicht unterschätzen.

4.
Was macht aus Ihrer Sicht ein gutes Bewerbungsfoto aus?

Gute Bewerbungsbilder sind nicht nur authentisch, sondern sie müssen ganz bestimmte Charaktereigenschaften enthalten. Diese Bilder sollten also weit mehr darstellen, als eine Person, die freundlich in die Kamera lächelt. Bewerbungsbilder können übrigens von Krethi und Plethi gar nicht „gelesen“ werden, sondern nur von Fachkräften. Im Privatleben schauen die engen Freunde und Bekannte auf ganz andere Dinge, deshalb halte ich auch nicht so viel von Beispielbilder. Die Bewerbungsaufnahme funktioniert erst im Kontext und wenn sie von einer ganz bestimmten Zielperson angeschaut wird.

Ähnlich wie Kampagnenbilder aus der Werbung eine Zielgruppe und ein bestimmtes Thema ansprechen, so könnte man auch bei einer Bewerbungsaufnahme genau gleich vorgehen und sich beispielsweise ganz bewusst überlegen, ob man einen hellen oder einen dunklen Hintergrund wählt, ob die abgebildete Person in einem harten oder weichen Licht erscheinen soll, und welche Kleidung getragen wird. Warum also nicht die Werbefotografie als Vorbild nehmen und die Bewerbungsfotografie neu erfinden? Genau das ist mein Ziel: Bewerbungsfotos sind eigentlich kleine „Werbeaufnahmen“, die ganz bewusst eine klare Botschaft transportieren. Bewerben heisst ja schliesslich „Werben“. Generell finde ich, dass gute Bewerbungsbilder folgende Eigenschaften aufweisen sollten:

  • Auf den Bildern muss eine klare Botschaft transportiert werden: folgende Elemente beachten Personalchefs auf einem Bewerbungsbild und schauen, ob die Person seriös, kompetent, sympathisch & teamfähig, kreativ, ausdauernd, kommunikativ und energiegeladen wirkt. Auf dem Bild muss die Person darüber hinaus überzeugend und glaubwürdig wirken.
    Die Merkmale eines guten Bewerbungsfotografen im Überblick.

    Ein guter Bewerbungsfotograf wird Sie richtig in Szene setzen können. Dieses und das nachfolgende Foto veranschaulichen, wie mächtig das Greenscreenverfahren ist. Für Christoph Engeli stellt diese Anwendung Routine dar.

  • An oberster Stelle soll der individuelle Charakter der Person auf dem Bild hervorkommen, und dies darf ruhig auf die berufliche Funktion und auf den Typ Mensch abgestimmt werden. 08/15-Accessoires und Kleidung sind zu vermeiden. Mit der Wahl von Material und Farbe bei der Kleidung und spannenden Accessoires wie interessante Brillenformen, eine auffallende Kravatte mit einem kleinen, geometrischen Muster, neutrale Farbkombinationen, gerade Linien in der Kleidung, regelmässige Stoffstrukturen in schlichter, klassichen Verarbeitung lassen eine Person sachlich und präsent wirken. Dem Thema Raum geben, sachlich und präsent wirken und zeigen, dass man Qualität und Inhalt anbietet, dies kann neben der Wahl von Kleidung und Accessoires auch mit den Möglichkeiten von der Gestaltung mit Licht und abgestimmten Fotohintergründen bis hin zum CV-Layouts durchaus zusätzlich vermitteln, dass die abgebildete Person überzeugend und zielorientiert ist. Deshalb meine vielen aufwändigen Gestaltungsmöglichkeiten, die ich quasi „on demand“ anbiete.
  • Schnörkellos: Bitte keine kitschigen Blicke, verränkte Kopfhaltungen und blauweisse oder hellgraue Verläufe im Hintergrund, das finde ich phantasielos und langweilig, 08/15, so sehen die Fotos der „grossen Masse“ aus.
  • Das Licht muss gekonnt gesetzt sein, keine störenden Schatten, keine Reflexionen, der Person gut angepasst, der Morphologie vom Gesicht. Auch hier sehe ich leider, dass dies sehr oft nicht der Fall ist, und die Leute nur in einem „Allerweltslicht“ abgebildet wurden.
    Kleidung, Frisur und Accessoires müssen „fotofertig“ aussehen und drapiert sein. Sie dürfen im Bild nicht stören. Hier gibt es viele Dinge, auf die man bereits vor dem Fototermin beachten sollte. Hier habe ich im Verlaufe meiner beruflichen Tätigkeit auf solchen Bildern bereits hunderte, wenn nicht tausende von Fehlern gefunden, weshalb ein gutes Fotobriefing und vor allem dessen Einhaltung durch den Kunden sehr wichtig ist. Das Briefing zeigt nur die Richtung auf und ist nicht abschliessend. So sollten beispielsweise Kontraste von Haaren, Hemd und Sakko gesetzt werden, das können auch Materialkontraste sein.
  • Der Blick von der Person im Foto muss authentisch und voller Tatendrang sein, und vom Betrachter aufgefangen und wieder zurückgegeben werden, sodass sich der Betrachter mit der Person auf dem Foto wie in einer Art Dialog befindet. Ein offenes Lächeln ist oft von Vorteil, je nach Branche und Person kann das aber auch mal ein geschlossener Mund sein. Es gibt keine Stereotypen, keine Normen. Vieles ist situationsspezifisch.

5.
Wie kann man als Kunde zu einem guten Bewerbungsbild und dessen Gelingen beitragen?

Der Bewerbungsfotograf Christoph Engeli wählt passende Hintergründe für das Bewerbungsfoto mittels Greenscreenverfahren aus.

Gleicher Bewerber, anderer Hintergrund. Natürlich muss die Bildsprache zur angestrebten Stelle sowie zum Design und Layout der Bewerbungsunterlagen passen.

Hier handelt es sich um viel mehr, als manche Kunden auf den ersten Blick glauben! Aus diesem Grund schicke ich den Kunden ein paar Tage vor dem Fototermin ein ausführliches Fotobriefing, damit sich die Leute optimal auf den Termin vorbereiten können. Es handelt sich hierbei um Dinge, an die man niemals denken würde, deshalb sind diese Briefings so wichtig. Auf Fotos sieht vieles völlig anders aus, als in der Realität. Oft nehmen die Leute jedoch diese Briefings gar nicht ernst, finden sie übertrieben, haben keine Zeit dafür oder selten ignorieren sie sogar ganz bewusst und sind der Meinung, der Fotograf sei ja schliesslich als Profi dennoch ein gutes Bild machen kann. Weit verfehlt! Kürzlich musste ich eine Kundin, die als einziges Outfit eine Design-Bluse mit etwa zwanzig grossen goldenen Reissverschlüssen mitbrachte, und entgegen meinen Fotobriefings keine weiteren Ersatz-Outfits mitbrachte, wieder nach Hause schicken, da sie sich unmöglich mit diesem Outfit hätte bewerben können.

Der Kunde muss ausserdem am Shooting selbst viel von sich geben, aus sich herauskommen und motiviert mitmachen, die Anweisungen des Fotografen befolgen. Ich gebe zu, dass dies wiederum auch der Fotograf ist, der den Kunden natürlich führen und durch das ganze Shooting hindurch etwas „moderieren“ muss. Nur so kann eine positive Stimmung an einem Shooting überhaupt entstehen. Ich behaupte sogar, dass hier ein Fotograf langjährige Erfahrung braucht, bis er letztendlich aus den verschiedensten Menschentypen überhaupt arbeiten kann, zumindest ging es mir so. Manchmal komme ich mir fast ein bisschen vor, wie ein Pferdeflüsterer ? Es ist also viel mehr, als ein paar lustige Sprüche klopfen. Wenn der Kunde sich jedoch trotz allen Bemühungen und Tricks eines guten Bewerbungsfotografen nicht öffnet und er am Shooting nicht „mitspielt“, gelingt ein spezielles Bild unter Umständen nicht. Dies ist manchmal eine ganz spezielle Herausforderung, auch mit schwierigen Leuten zu arbeiten. Einige Leute sind am Fototermin etwas angespannt und nervös, weil sie vor der Kamera vielleicht schon schlechte Erfahrungen gemacht haben. Diese Verspannung ist auf dem Bild dann auch zu sehen, wenn es dem Fotografen und auch der Person selbst nicht gelingt, diese Anspannung abzubauen. Ich empfehle meinen Kunden ausserdem, dass sie gut gelaunt zum Shooting kommen.

6.
Hat es in den vergangenen Jahren Änderungen im Bereich der Bewerbungsfotografie gegeben? Und wenn ja, was unterscheidet ein heutiges Bewerbungsfoto von einem aus dem Jahr 2008?

Die Wahl der richtigen Kleidung fürs Bewerbungsfoto: Business oder leger bzw. casual.

Nicht immer ist der Businessstil beim Bewerbungsfoto gefragt. Im Jahr2018 gibt es genügend Positionen, für die sich ein Bewerbungsfoto mit legerem Outfit empfiehlt. Dieses Bewerbungsfoto ist durch und durch als gelungen zu bezeichnen.

Während den letzten 18 Jahren, in denen ich Bewerbungsfotos fotografiere, habe ich den Eindruck erhalten, dass dem Bewerbungsfoto in letzter Zeit eine immer grössere Bedeutung zugemessen wird. Vielleicht liegt es an dem Zeitalter der Online-Medien, den Sozialen Netzwerken und überhaupt daran, dass unsere Gesellschaft während den letzten Jahren immer mehr auf das Visuelle orientiert ist. Bilder wurden immer wichtiger denn je. Auch die Bewerbungsunterlagen werden immer schöner, und teilweise immer aufwändiger. Bereits junge Schulabgänger bewerben sich heute mit schönen Deckblättern. Die Zeit, in der Leute wie auf Stein gemeisselt vor kitschigen Verlaufshintergründen stur in die Kamera schauen, ist vorbei. Wie bei Motivationsschreiben können neue Ideen und „frischer Wind“ auch als Bewerbungsfotos Pluspunkte schaffen, wo man von Anfang an mit Körpersprache signalisieren kann, dass man einem Thema den nötigen Raum und Ausdruck verschafft. Weitere, auch technische, Neuerungen sind:

  • Greenscreenverfahren mit dem Einsetzen von digitalen Hintergründen (ist zwar auch heute noch selten, da in guter Qualität sehr aufwändig).
  • CVs werden heute nur noch online verwendet und die Fotos werden nicht mehr gedruckt und aufgeklebt, es werden heute schöne PDF-Layouts verwendet.
  • Verlagerung in Soziale Netzwerke mit Profilbildern, auf denen heute Fachkräfte teilweise direkt abgeworben werden, alles läuft schneller.
  • Teilweise werden die Bilder in Webportalen separat einem Formular angehängt und hochgeladen.
  • Gewisse Stereotypen verschwinden, die es vor zehn Jahren noch gab, wie beispielsweise Querformat und angeschnittener Kopf.

7.

Viele Bewerber sind sich unsicher, ob ein farbiges oder ein in schwarz-weiß gehaltenes Bewerbungsfoto die bessere Wahl wäre. Welche Variante würden Sie aus Ihrer Erfahrung heraus empfehlen? Oder spielt dies keine Rolle?

Bewerbungsfoto farbig oder schwarz-weiss bzw. farbig?

Viele Bewerberinnen und Bewerber stellen sich die Frage, ob ein Bewerbungsfoto besser farbig oder in Graustufen gehalten sein muss. Für Christoph Engeli hängt die Wahl von der konkreten Bewerbungssituation ab. Ein Foto wie dieses kann ebenfalls die richtige Wahl für eine Bewerbung sein.

Das wurde ich auch schon öfters gefragt. Hier habe ich eine ganz klare Antwort: das sehe ich absolut situationsbedingt. Ich würde das einzig und alleine vom Layout, und vom persönlichen Geschmack abhängig machen. Vielleicht noch etwas von der Branche. Sobald es aber eine Modeerscheinung wird, und zum „Stereotyp“ wird, habe ich so Mühe damit. Tatsächlich war eine Zeit lang mal Bilder im Querformat, in Schwarzweiss und mit angeschnittenem Kopf in. Alle Bilder sahen dann gleich aus, sowas kann ja eigentlich nicht das Ziel von einem Bewerbungsfoto sein. Wenn aber mal jemand auf so einen Trend aufspringt, sagt diese Person dann eben bereits wieder etwas über sich aus und ein Personaler kann sich fragen, warum die Person das macht. Das finde ich so spannend an diesen Bewerbungsbildern!

8.
Gibt es eigentlich Unterschiede hinsichtlich der Gestaltung von Bewerbungsfotos in der Schweiz zu Bewerbungsportraits in Deutschland?

Meine Coach-Kollegen aus der Schweiz sagen, man sähe schon kilometerweit, wenn eine deutsche Bewerbung daher kommt. Einige sind sehr formell, sehr „glatt“. Auch wenn man im Internet über das Thema Bewerbung googelt, findet man übertrieben viele Einteilungen und Regelungen über das Thema, und das kommt dann meistens alles aus Deutschland. Es wird in endlosen Kommentaren niedergeschrieben und analysiert, was man jetzt darf und was man ja nicht darf, sogar Tabellen habe ich schon gesehen, da wird in einer Spalte Kleidung und Branche, unterteilt, in den Zeilen dann die hierarchische Stufe und die Funktion, welche Kleider bei einer Pflegefachfrau und welche ja nicht… „Overdressed“ und „underdressed“ bei einem KV-Angestellten, beim Professor, beim Informatiker. Da darf man sich natürlich schon mal fragen, wo bleibt denn hier die Individualität und der persönliche Charakter einer Person? Wieso darf nicht jemand ein bisschen „Style“ zeigen, und sich selbst sein? Bei den Schweizern ist das glaub schon ein bisschen weniger formell und verspielter. Diese Idealvorstellungen werden ein bisschen „angeritzt“, es darf mehr Ecken und Kanten in den Bildern haben. Manchmal hauche ich auch meinen Bewerbungsbildern ganz bewusst ein bisschen Leben ein, in dem dort Dinge vorkommen, die nicht ganz perfekt sind. Natürlich darf es nicht schlampig sein, und es ist manchmal etwas eine Gratwanderung. Ich spreche solche Dinge immer mit meinen Kunden an. Und die antworten dann voll Begeisterung, „nein, mich gibt’s nur mit Gilet“, obwohl ich es fast ein bisschen überladen und zu viel des Guten finde.

Was kosten ein professionelles Bewerbungsfoto?

Es lohnt sich immer, in ein professionelles Bewerbungsfoto zu investieren. Dieses muss nicht unbedingt teuer sein, doch der günstigste Anbieter ist selten der beste. Das gilt für die Schweiz ebenso wie für Deutschland. Bei Christoph Engeli erhalten Sie Qualität zum fairen Preis.

Es ist natürlich ein bisschen die „Huhn-Ei“-Frage, wenn man Stereotypen in der Kultur der Bewerbungsfotografie unterbrechen will. Solange Personaler nur ganz bestimmte Vorstellungen von Bewerbungsfotos haben, und alle Leute auf eine solche Bewerbungskultur trimmen, gibt es keine Vielfalt und die monotonen Stereotypen langweiliger Bewerbungsfotos werden nicht unterbrochen. Ich bin sogar der Meinung, dass Fotografen diesbezüglich sogar eine Schlüsselrolle zukommen könnte. Warum sollen nicht gerade wir diesen Zyklus unterbrechen und etwas „frischen Wind“ in die Kultur der Bewerbungsbilder hineinbringen? Ich bin der Meinung, dass Bilder mindestens genauso differenzierten Raum geben, um sich als Bewerber Ausdruck zu verschaffen, wie Texte, mit denen sie sich etwa im Motivationsschreiben darstellen. Umgekehrt können Personaler wahnsinnig viel aus solchen Bildern herauslesen, auf einer völlig irrationalen Ebene. Man müsste das Bild nur mehr dazu nutzen. Es kann wie eine Bühne sein, eine Plattform, wo man die Gelegenheit hat, einen interessanten Memory-Effekt zu hinterlassen. Selbstverständlich muss es sich beim Bewerbungsfotografen dann auch um jemanden handeln, der dieselbe Auffassung hat, und eine solche Bildsprache überhaupt beherrscht. Da ich als Bewerbungsfotograf die Schnittstelle bin, zwischen Bewerber und HR-Recruiter, fühle ich mich hier schon etwas angesprochen und zum Handeln gezwungen. Jedenfalls nehme ich mir in letzter Zeit immer öfters – unter totaler Begeisterung meiner Kunden – die Frechheit heraus, genau diesen Huhn-Ei-Zyklus zu unterbrechen, und die Kultur von Bewerbungsbilder neu, und vor allem viel situationsbedingter, zu erschaffen. Mein Ziel ist es, mit neuen Ideen frischen Wind in die Kultur der Bewerbungsfotos hineinzubringen. Ein kleines Beispiel: Würde man statt ein langweiliges Passbild oben rechts im CV ein 3/4 Hüftbild, auf einem Deckblatt allenfalls mit einer Handpose verwenden, würde das der Körpersprache bereits wesentlich mehr Raum verschaffen. Warum sollen Deckblätter und ¾-Posen nur Führungskräften vorbehalten sein? Abgesehen davon, dass solche Bilder auf Xing und Linkedin sowieso in diesem Format verwendet werden können?

Christoph Engeli, ein erfahrener Bewerbungsfotograf aus Zürich, Schweiz.

Wenn Sie in Zürich sind und Bewerbungsfotos benötigen, ist Christoph Engeli der richtige Ansprechpartner. Sie finden sein Fotostudio in  der Anemonenstrasse 40, CH-8047 Zürich. Tel.: 044 240 00 01 & 079 643 95 12. E-Mail: info(at)bewerbungsfotos.ch. Web: www.bewerbungsfotos.ch.

Mir gefällt das total, wenn einige Kunden zu mir kommen und ganz was Eigenes machen, um etwas aus der „Reihe zu tanzen“. Soll der Arzt doch ein Vollbart haben und ein KV-Lehrling von mir aus über dem Hemd noch ein Gilet tragen nach dem Motto „Mich gibt’s nur mit Gilet“.

Abschliessend möchte ich sagen, dass bei mir Persönlichkeit und Individualität total Vorrang haben. Wenn sie deswegen die Stelle nicht bekommen, dann „hat’s nicht sollen sein!“. „Ecken und Kanten“ zeigen heisst ja nicht, dass man trotzdem etwas Schönes machen kann/muss. All meine Gedanken und Ideen, die ich in diesem Interview kundgetan habe: Das habe ich alles ausschliesslich während all den Jahren von meinen lieben und tollen Bewerbungskunden übernommen. In den letzten 5 Jahren sind es zu über 50% Führungskräfte gewesen.

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